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Warum Becher in den Bürgerpark kam
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Seit 1976 steht die lebensgroße Bronze-Plastik Johannes R. Bechers im Bürgerpark von Berlin-Pankow. Darüber erzählt man sich folgende Geschichte:
Nach dem Tode des Dichters sollte vor dem Ministerium für Kultur am Molkenmarkt eine an den ehemaligen Kulturminister erinnernde Skulptur aufgestellt werden. Der berühmte Bildhauer Fritz Cremer wurde damit beauftragt. Cremer, der Becher persönlich kannte, entschied sich, ihn so zu porträtieren, wie er ihm häufig begegnet war, als in Gedanken versunkenen Spaziergänger, denn beide hatten nur wenige Straßen von einander entfernt in Berlin-Niederschönhausen gewohnt.
Er reichte seine ersten Entwürfe ein, die wurden genehmigt und bezahlt. Er fertigte die Modelle, sie wurden genehmigt und bezahlt. Erst als die Bronze schon gegossen war, fiel einem Mitglied der Abnahme-Kommission des Ministeriums etwas auf: Ein sozialistischer Minister mit den Händen in den Hosentaschen! Eine solche Provokation konnte nicht geduldet werden. Die Aufstellung der Plastik vor dem Ministerium wurde untersagt.
Lange Jahre blieb Cremers Arbeit eingelagert, bis sie dann dem Bezirk Pankow zur Verfügung gestellt wurde. So kam der Spaziergänger dorthin, wo er zuhause war.
