Warschauer Tee-Zeremonie

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Pünktlich um acht Uhr öffnete sich die Tür zum Frühstückssaal des Warschauer Hotels Bristol. Im Gänsemarsch nahmen circa 30 Männer an den Tischen Platz. So wie sie aussahen, hatten wir aus dem Westen uns immer Russen vorgestellt, die „aus der Taiga“ kamen. Bestimmt waren das „Helden der Arbeit“, die zur Belohnung 1976 nach Warschau reisen durften.
Das Frühstück wurde serviert. Dazu gehörte Tee, der in Polen so gereicht wird: ein Glas mit heißem Wasser ohne den Teebeutel, der noch unbenutzt daneben liegt. Das hatten die Gäste aus dem tiefsten Russland noch nicht gesehen. Sie waren wohl den Samowar gewohnt und wussten nicht, wie man die Papierbeutel benutzt. Daher sahen sie zu unserem Tisch herüber; denn wir hatten auch gerade unseren Tee erhalten. Da kam meinem Kollegen Hermo eine Idee. Er sah uns an, sagte „Ich zeig’ ihnen, wie man’s macht“, streckte seine Zunge heraus, legte den Teebeutel darauf und trank das heiße Wasser. Die russischen Gäste waren erleichtert, und die neue Tee-Zeremonie wurde von allen mit Freude aufgenommen.
Wenn Hermo später auf diese Entwicklungshilfe angesprochen wurde, behauptete er stets, sich daran nicht mehr erinneren zu können. Aber jedesmal, wenn Tee wie damals auf den Tisch kommt, erscheint auch nach über 30 Jahren sofort das Bild von 30 Teebeutel-bedeckten russischen Zungen.

Quelle: 
Erlebt von Wolfgang
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