Suleika und Josef

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Josef, schön wie ein junger Gott, kam in das Haus seines Freundes. Auf der Stelle verliebte sich dessen Ehefrau Suleika unsterblich in dieses Bild von einem Mann. Als ihr Ehemann einmal außer Haus war, warf sie sich sogleich Josef in die Arme und beschwor ihn, dass sie ihn liebe. Sie wollte ihn verführen. Er aber sagte: „Nein. Ich will das nicht, denn Dein Ehemann ist mein Freund. Und einem Freund darf man so etwas nicht antun.“ Er schob sie von sich und ging zur Tür, doch sie hatte sich in sein Hemd verkrallt, sodass es dabei im Rücken zerriss. In diesem Moment kam ihr Ehemann herein. Sogleich fing sie das Schreien an: „Gott sei Dank, dass Du kommst! Dieser Kerl wollte mit mir schlafen! Aber ich habe mich gewehrt. Sorge dafür, dass er ins Gefängnis kommt!“ Der Mann stellte wutentbrannt seinen Freund zur Rede: „Wie kannst Du es wagen...?!“ Doch Josef beteuerte seine Unschuld: „Sie lügt.“ Suleikas Mann wollte ihm schon an die Gurgel gehen, da trat eine seiner Nichten dazwischen mit den Worten: „Josef spricht die Wahrheit. Ich habe alles durch Zufall mit angesehen. Suleika war es, die sich Josef an den Hals geworfen hat. Er aber hat nichts getan. Sieh, sein Hemd ist am Rücken zerrissen. Hätte er sich auf sie gestürzt, wie Suleika behauptet, wäre es vorne zerfetzt, aber nicht auf dem Rücken.“ Der Freund besah sich Josefs Hemd und fand, dass sie Recht hatte. Und Suleika stand da als die Betrügerin.
Die Sache sprach sich schnell herum. Suleika spürte, wie die Leute tuschelten auf dem Markt und ihre Freundinnen das Gespräch mit ihr mieden. Da kaufte Suleika vierzig Orangen und lud alle ihre Freundinnen nach Hause ein. Dort hatte sie eine Tafel gedeckt, für jede Freundin einen Teller, darauf eine Orange und ein Messer. Die Freundinnen kamen auch alle, denn auch wenn sie Suleikas Verhalten unmöglich fanden, so waren sie doch neugierig, was sie ihnen zu erzählen hätte. Als alle Platz genommen hatten und zu essen beginnen wollten, bat Suleika sie, doch noch einen Moment zu warten. Es käme gleich noch ein letzter Gast. Da trat Josef in den Raum und Suleika begrüßte ihn und sprach zu ihren Freundinnen: „Jetzt sind alle da. Nun greift zu.“ Und alle Frauen nahmen ihre Orangen und die Messer, doch keine konnte ihren Blick von Josef wenden. Und sie alle schnitten sich in die Finger. So schön war dieser Mann. Und keine hat danach gewagt, Suleika Vorwürfe zu machen.

Anmerkungen: 
Diese ist eine Variante der Yusup-Geschichte aus dem Koran und auch verwandt mit der in der Bibel „Im Hause Potiphars“, jedoch mit dem Unterschied, dass Josef dort wegen seines Glaubens an Gott, hier aber wegen seiner Treue zu seinem Freund Suleikas Liebesangebot ablehnt. Die Obstszene am Ende der Geschichte steht nicht in der Bibel, jedoch wurde sie auch in christlicher Erzähltradition weitergegeben. Daraus entstand die deutsche Redewendung "Da hast Du dich aber geschnitten", wenn sich jemand selbst getäuscht hat.
Quelle: 
mündlich von einem Reisenden aus Marokko
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