Sommerzeit und Bank

Andreas Prüstel, bekannt für seine frechen und witzigen Collagen, gestaltete u.a. auch für die Berliner Obdachlosenzeitung „Straßenfeger“ die Titelblätter. Für die Juni-Ausgabe 1997 legte er den Büro-Turm der Zentrale der Deutschen Bank um, plazierte darauf einen schlafenden Wohnungslosen und versah das Ganze mit dem Titel: „Sommer - Zeit, die Bank zu wechseln“. Zu seiner Verblüffung erhielt er kurz darauf einen Brief aus Frankfurt am Main. Darin wurde ihm mitgeteilt, daß doch gerade die Deutsche Bank sehr sozial engagiert sei usw. usf. Liest der Vorstand der Deutschen Bank die Obdachlosenzeitungen? Bei der Überlegung, wie er auf diesen Brief antworten sollte, entstand in der Redaktion der Zeitung die Idee: Einer der Wohnungslosen ging kurz darauf zur Deutschen Bank und begehrte die Eröffnung eines Kontos. Erwartungsgemäß wurde er abgewiesen. Daraufhin präsentierte dieser dem Bankangestellten den an Herrn Prüstel gerichteten Brief. Plötzlich wurde er zur Geschäftsleitung gebeten und erhielt anstandslos sein eigenes Konto.

Quelle: 
mündlich
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