Siebzehn und vier Quadratmeter

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Ort

In den 1900-siebziger Jahren fand in der DDR eine große Volkszählung statt, bei der auch der Wohnraum erfasst wurde. In Quedlinburg erhielt man dabei absolut merkwürdige Ergebnisse. Beim Abgleich der Daten stellte man fest, dass in der Altstadt sehr oft in den übereinander liegenden Wohnungen derselben Häuser unterschiedliche Quadratmeterzahlen angegeben worden waren. Mal war das Parterre kleiner als die Geschosse darüber, dann wieder umgekehrt. Die Messungen schienen absurd. Da die Abweichungen gravierend waren und an die 70 % aller Häuser betraf, konnte man an zufällige Messfehler nicht glauben. Auch die Vermutung, die Bewohner hätten absichtlich Phantasiezahlen aufgeschrieben, um die Volkszählung subtil zu sabotieren, traf nicht zu. Selbst bei den über jeden Zweifel erhabenen Honoratioren der Stadt blieben die Ergebnisse rätselhaft. Die Statistiker schickten die Erfassungsbögen zurück und baten um Überprüfung. Nun kamen die Mitarbeiter des Bauamtes in jedes Haus, um genau nachzumessen. Dabei stellten sie fest, dass in ganzen Straßenzügen in der Altstadt hinter den Fassaden der Häuser die Wohnungen ineinander verschachtelt waren. Die Front des einzelnen Hauses war also keineswegs mit der Größe der jeweils dahinter liegenden Wohnungen identisch. Warum dies so war, blieb ein Rätsel - bis ein Stadtchronist im Archiv einen aus dem Mittelalter stammenden Ratsbeschluss fand. Der verbot den Bürgern der Stadt das Glücksspiel. Die Quedlinburger, so konnte man daraus lesen, waren damals der Spielsucht verfallen. Namentlich beim Kartenspiel „17 und vier“ hatten sie oftmals um ihre ganze Habe gesetzt. Und wenn das Geld alle war, dann setzten sie eben im Kreise der Nachbarn um Wohnraum. Gewann der Nachbar, so erhielt der das Recht, die Wand zu durchbrechen und seine Stube um ein paar Meter zu vergrößern. Eine Weile ging das ganz gut. Doch diese Unsitte hatte so überhand genommen, dass einige der vormals untadeligen Bürger gar ihr Obdach verloren hatten und ins Armenhaus der Stadt aufgenommen werden mussten. Und dies war der Grund, weshalb die Ratsherren sich gezwungen sahen, das Glücksspiel für alle Zeiten zu verbieten.

Quelle: 
mündlich von einer Stadtführerin in den siebziger Jahren
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