Prinz Lieschen

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In einer kleinen Stadt in Sachsen sollte ein junges Mädchen nach dem Wunsch ihrer Eltern zwangsverheiratet werden, wie es damals durchaus auch in Deutschland üblich war. Sie aber dachte gar nicht daran, den ihr Anverlobten zu ehelichen und lief kurz vor der Hochzeit davon. Sie hatte sich als Mann verkleidet und gab sich in den Orten, durch die sie kam, als wandernder Friseurgeselle aus.
Zur selben Zeit war in der Gegend das Gerücht aufgekommen, der Sohn Augusts des Starken reise inkognito, also verkleidet und unter falschen Namen, durchs Land und wolle die Bergdörfer besuchen. In Wahrheit befand der sich auf einer Italienreise. Aber überall, wo die junge Frau hinkam, war ihr schon der Ruf vorausgeeilt, sie sei in Wahrheit der Kronprinz. In jedem Ort wurde sie mit großer Freude bewirtet, beherbergt und mit Geschenken wieder ziehen gelassen. Viele Leute kamen auch extra herbei, um den vermeintlichen Prinzen zu hofieren, weil sie sich dafür einen Schub für ihre Karriere erhofften. Am ärgsten trieb es ein ehrgeiziger Beamter aus Oederan, der gerne in den Adelsstand erhoben werden wollte. Er reiste ihr hinterher, und als er sie endlich getroffen hatte, lud er sie auf sein Gut ein. Er kleidete sie mit neuen Sachen, schenkte ihr ein Pferd und stellte für sie Diener an. Auf ihre stetigen Beteuerungen, sie sei keineswegs der Kronprinz, antwortete er immer nur: Selbstverständlich, ich weiß ja, dass Ihre Hoheit nicht erkannt werden wollen. Die ganze Aufregung in den sächsischen Orten kam schließlich auch dem Kurfürsten zu Ohren, der einen Hofdiener schickte, um die Sache aufzuklären. Schließlich wurde die junge Frau als Betrügerin und Hochstaplerin gefangengenommen, verurteilt und kam nach Waldheim ins Zuchthaus.
Aber August der Starke, bekanntermaßen ein Freund von Späßen, hatte sich königlich amüsiert über die Dummheit und das Schranzentum der geprellten Möchtegernhöflinge. Deshalb begnadigte er schließlich die Frau und ließ sie heimkehren zu ihren Eltern. Heiraten musste sie nicht mehr.

Anmerkungen: 
Die Sage geht zurück auf eine tatsächliche Begebenheit in den Jahren 1714/1715. Der Name der Sophia Sabina Apitzsch aus Lunzenau war in der mündlichen Weitergabe verlorengegangen und im Volksmund durch Prinz Lieschen ersetzt. Die Redewendung "Lieschen Müller" entstand daraus als Pendant zu "Otto Normalverbraucher".
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