Meißner Fummeln
Ort
Zu der Zeit, als Meißen noch Bischofssitz war, brachte täglich ein berittener Bote die Post vom Sächsischen Kurfürsten aus Dresden und wieder zurück. Die Sendungen kamen ab und zu beschädigt an, weshalb der Postreiter in den Verdacht geriet, dem Meißner Wein allzusehr zugesprochen zu haben. Man vermutete, er sei wohl ab und zu betrunken vom Pferd in den Graben gefallen, wobei die Briefe regelmäßig litten. Der Bote wies den Verdacht der Trunksucht von sich und gelobte ein ums andere Mal, mit der Post achtsamer umzugehen. Vergebens. Um dies Ärgernis abzustellen, wies der Kurfürst die Meißner Bäcker an, ein leicht zerbrechliches Backwerk herzustellen, das dem Boten mitzugeben war. Er sollte es heil nach Dresden bringen, dann würde man ihm glauben. Der Postreiter schaffte es leider nicht. Von seinem Schicksal ist weiter nichts bekannt, doch die Meißner Fummeln, jenes hauchdünne Gebäck, wird heute noch gern in Meißen verzehrt.
