Der Schmied von Jüterbog

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In Jüterbog lebte einst ein rechtschaffener Schmied. Er war trotz seiner harten Arbeit freundlich zu jedermann. Eines Abends kam ein Fremder an sein Haus und bat um ein Nachtlager.

Der Schmied ließ ihn herein und lud ihn ein, mit ihm Abendbrot zu essen. Am anderen Morgen wollte der Fremde weiterziehen und fragte zum Abschied den Schmied: „Ich möchte Dir zum Dank drei Wünsche erfüllen. Sag, was wünschst Du Dir?“ Blitzschnell überlegte der Schmied: In den Himmel kam er sowieso, das brauchte er sich nicht zu wünschen. Geld würde nur zu schnell alle, also lieber was Bleibendes, am liebsten was Magisches. Und so sprach er: „Ich wünsche mir, dass von dem Stuhl da am Tisch ein Gast erst dann aufstehen kann, wenn ich es sage. Und von meinem Apfelbaum im Garten soll auch nur derjenige wieder herunterkommen, dem ich es erlaube. Und aus meinem Kohlensack soll keiner herauskommen, den ich nicht selbst befreie.“ „So soll es sein“, antwortete der Fremde und ging.
Kurze Zeit später klopfte der Tod an des Schmiedes Tür. Der erschrak zunächst gewaltig, doch dann erinnerte er sich an die gewährten Wünsche. Er bat den Tod, doch auf seinem Stuhl Platz zu nehmen, seine Reise zu ihm sei ja sicher anstrengend gewesen. Er wolle sich derweil noch fertig machen, so schmutzig wie er von der Arbeit noch sei, könne er wohl doch nicht seinen letzten Gang tun. Der Tod setzte sich und wartete. Der Schmied wusch sich in aller Ruhe. Dann zündete er sich ein Pfeifchen an. Schließlich wurde der Tod unruhig. Er wollte aufstehen und – da war er fest. Der Tod wurde zornig, drohte, flehte. Schließlich ließ er sich mit dem Schmied auf einen Handel ein. Er würde erst in zehn Jahren wiederkommen, wenn er jetzt gehen könne.
Die zehn Jahre gingen schnell vorbei. Der Tod kam wieder, blieb aber gleich vor der Türe, damit ihm so etwas nicht wieder passiert. Der Schmied sprach: „Ich bin gleich fertig; wusste ja, dass Du heute kommst. Hol uns doch schnell noch ein paar Äpfel vom Baum. Dann haben wir etwas Wegzehrung auf unserer Reise.“ Der Tod hatte auch ein wenig Durst bekommen, so stieg er auf den Baum, pflückte die Äpfel und – da war er fest. Jetzt rief der Schmied nach seinen Gesellen und bat sie, mit Eisenstangen fest draufzuhauen. Das taten die Jungs gerne, und der Tod wurde windelweich geprügelt. Erst als er schwor, er würde niemals wiederkehren, gab der Schmied ein Zeichen, und er konnte sich davonschleppen. Unterwegs traf er den Teufel. „Hach“, fragte der, „wer hat Dich denn so zugerichtet?“ – „Der Schmied von Jüterbog.“ Und der Tod erzählte dem Teufel alles. „Na, mich könnte der nicht so zum Narren halten. Das schwör’ ich Dir. Warte, dem werde ich’s zeigen.“ Und so ging der Teufel zum Schmied und klopfte an seiner Tür.
Dem Schmied war inzwischen klar, wenn der Tod nicht wiederkäme, dann könne er es jetzt nur noch mit dem Teufel zu tun kriegen. „Wer ist da?“, fragte er. „Ein Reisender, der eine Herberge sucht“, war die Antwort. „Nein, um diese Zeit lasse ich keinen mehr ein. In letzter Zeit treibt sich hier zu viel Gesindel herum. Frag woanders oder komme zum Schlüsselloch herein. Die Tür mache ich nicht mehr auf.“ Der Teufel ließ sich das nicht zweimal sagen, machte sich dünne und schlüpfte durchs Schlüsselloch. Das hatte der Schmied schon geahnt und dahinter den Kohlensack aufgehalten. Kaum war der Teufel drin, band der Schmied den Sack zu, weckte seine Gesellen, legte den Sack auf den Amboss und ließ seine Gesellen kräftig mit den Schmiedehämmern draufhauen. Dem Teufel verging Hören und Sehen, doch die Gesellen hörten erst auf, als ihnen die Arme müde wurden und der Schmied ihnen ein Zeichen gab, aufzuhören. Er trug den Sack wieder zum Schlüsselloch und ließ den Teufel auf demselben Wege wieder hinausfahren. Ob der je wiedergekommen ist, davon habe ich nichts gehört.

Anmerkungen: 
Die Sage existiert in vielen Varianten, auch als Märchen-Version bei Bechstein.
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