Davids Schleuder

Glauben wir der Bibel, hat der kleine David den übermächtigen Goliath mit einer Steinschleuder besiegt. Aus den Reihen des kampferprobten Heeres der Philister trat deren Vorkämpfer Goliath. Er war riesig groß, trug einen eisernen Helm, Schuppenpanzer, Beinschienen, Lanze, Schild und Schwert. Goliath stellte sich hin und begann, die Isrealiten zu verhöhnen. Sie sollten sich einen Mann für den Zweikampf mit ihm erwählen. "Ist er imstande, mit mir den Kampf zu bestehen, und erschlägt er mich, dann wollen wir eure Knechte sein; bin aber ich ihm überlegen und erschlage ihn, dann sollt ihr unsere Knechte sein und uns dienen... Nun trete ein Mann hervor! Wir wollen miteinander kämpfen!" Und während Saul und ganz Israel erschraken und sich fürchteten, trat der kleine Knabe David hervor und sagte, er wolle den Kampf wagen. Seine älteren Brüder und die anderen Kriegsleute wollten ihn davon abhalten, da er doch im Kampfe völlig unerfahren war, doch der kleine David überzeugte sogar den König Saul, indem er davon erzählte, er habe bei seiner Arbeit als Hirte sogar schon mit einem Löwen gekämpft. Daraufhin kleidete Saul ihn mit einem eisernen Panzer, doch damit konnte David nicht gehen. Die Rüstung war ihm zu schwer. Er legte sie wieder ab, sammelte Steine in seine Tasche und trat in seiner einfache Hirtenkleidung dem Krieger Goliath entgegen. David nahm seine Steinschleuder und traf Goliath direkt auf die Stirn. Der Stein drang tief in die Stirn ein und Goliath sank zu Boden. David lief hin, griff dessen Schwert und hieb ihm den Kopf ab. Die Philister sahen, dass ihr stärkster Held tot war und flohen. David wurde später König der Israeliten. Er siegte nicht mit Waffen, sondern mit Vertrauen auf Gott.

Anmerkungen: 
Heute funktioniert so etwas nicht mehr. Angeblich wurden ja die Streitkräfte Israels, die Ende Mai 2010 die Hilfsgüter auf den Booten mit dem Ziel Gaza stoppen wollten, mit geschleuderten Steinen attackiert. Darauf „erwiderten“ sie das „Feuer“. Es gab Tote und Verletzte. Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat beschlossen, den Hergang des blutigen Dramas um den Gaza-Hilfskonvoi von unabhängigen Ermittlern aufklären zu lassen. Eine mit drei Gegenstimmen und neun Enthaltungen angenommene Erklärung verurteilt Israels Vorgehen. Was wird die Untersuchung ergeben? Sind die Schleudern vom israelischen Geheimdienst auf die Boote geschmuggelt worden? Vielleicht sogar mit eigens dafür ausgebildeten Schützen, die natürlich als Undercover handelten? Wenn man angreift, muss man auch Waffen finden. Eines ist jedoch sicher: Das Erwähnen dieser Schleudern in den Presseerklärungen des israelischen Ministerium der Verteidigung war ein furchtbarer Patzer. Diese für Israel derart symbolische Waffe Sympathisanten der Palästinenser in die Hand zu legen, musste zum moralischen Bumerang werden. Die eleganteste Lösung wäre es, den Davidstern aus der Flagge Israels zu entfernen und durch eine Bombe oder Rakete zu ersetzen. Da kann dann niemand mehr meckern.
Quelle: 
Altes Testament, 1 Samuel 17, 1-51
[...]